{"id":2223,"date":"2021-10-27T18:42:25","date_gmt":"2021-10-27T16:42:25","guid":{"rendered":"https:\/\/feuerwehrwoerth.de\/?page_id=2223"},"modified":"2021-10-28T15:02:09","modified_gmt":"2021-10-28T13:02:09","slug":"chronik-kapitel-1-die-urspruenge","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/feuerwehrwoerth.de\/index.php\/ueber-uns\/chronik\/chronik-kapitel-1-die-urspruenge\/","title":{"rendered":"Kapitel 1: Die Urspr\u00fcnge"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Geschichte des \u00f6rtlichen Feuerwehrl\u00f6schwesens vor Gr\u00fcndung der Freiwilligen Feuerwehr<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><em>W\u00f6rth am Rhein wurde schon immer mit den Gefahren der Natur konfrontiert. Die beiden st\u00e4rksten Elemente waren das Wasser und das Feuer. Durch die nahe Lage zum Rhein war die Bev\u00f6lkerung den st\u00e4ndigen Launen des Flusses ausgesetzt. Erst mit der Regulierung des Rheins ab 1817 durch den Ingenieur Oberst Johann Gottfried von Tulla \u00e4nderte sich dieser Zustand. Um das Element Feuer in den Griff zu bekommen, mussten allerlei Ma\u00dfnahmen ergriffen werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>1808<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Obwohl erst die Gemeindeverordnung von 1869 (Art. 29, Abs. 1) den Kommunen in der Pfalz zur Pflicht gemacht hatten, L\u00f6scheimer, Spritzen, Leitern und dergleichen zu beschaffen, waren solche Ger\u00e4tschaften in W\u00f6rth schon vorhanden. Im September 1808 zum Beispiel beschloss das Ratsgremium, dass jeder Jungb\u00fcrger der eine Zuteilung von Allmendg\u00fcter erhielt, an die Gemeinde einen L\u00f6scheimer liefern musste. Diese Regelung war so lange g\u00fcltig, bis so viele L\u00f6scheimer wie Einwohner vorhanden waren. Danach waren statt der Lieferung des Eimers f\u00fcnf Franken zum Unterhalten der Ger\u00e4tschaften in die Gemeindekasse abzugeben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>1811<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Bereits 1811 besa\u00df die Gemeinde W\u00f6rth eine Feuerspritze. 1826 wurde sie durch eine neue Spritze ersetzt, die f\u00fcr 796 Gulden von dem Mechanikus Philipp Heilhecker aus Bergzabern gefertigt wurde. Diese hatte einen Wasserkasten, der innen mit Kupfertafeln bekleidet war und f\u00fcnf Hektoliter Wasser fasste. In nur einer halben Minute konnte der Kasten ausgepumpt werden, wobei man 30 Meter weit spritzen konnte.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image caption-align-center is-style-editorskit-rounded\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/feuerwehrwoerth.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Grundmodell-der-Feuerspritze.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-2229\" width=\"275\" height=\"188\"\/><figcaption>Grundmodell der Feuerspritze<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>1867<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1867 kaufte die Gemeinde von dem Mechaniker Carl Jung aus Kandel f\u00fcr 250 Gulden noch eine kleine Handfeuerspritze. Die Maschine, im Volksmund \u201eKaffeem\u00fchle&#8220; genannt, hatte einen 8 cm starken Zylinder. Mit ihr konnte man ca. 39 Meter hoch spritzen. Die Bedienungsmannschaft hierbei betrug zehn Mann. Diese Spritze konnte auf einem fahrbaren Untersatz zum Brandherd transportiert, abgenommen und von zwei Mann zum Einsatz in die N\u00e4he des Feuers getragen werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>1876<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Nachdem in den letzten f\u00fcnf Jahren vier Brandf\u00e4lle zu verzeichnen waren, gab das Bezirksamt Germersheim den Ansto\u00df zur Bildung einer organisierten Wehr. Man brauchte in W\u00f6rth eine organisierte L\u00f6schmannschaft wegen der Gr\u00f6\u00dfe der Gemeinde, der baulichen Verh\u00e4ltnisse, aber auch wegen des schlechten Zustandes s\u00e4mtlicher L\u00f6schger\u00e4te.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>1877<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Infolge der im letzten Jahr durchgef\u00fchrten Inspektion wurde das bis dahin veraltete Standstrahlrohr gegen ein Schlauchrohr ausgetauscht. Weiterhin wurden alle Verbindungen durch das neue \u201eMetz`sche Normalgewinde&#8220; ersetzt. F\u00fcr die Schl\u00e4uche sollten entweder am Gemeindehaus oder an der protestantischen Kirche Aufh\u00e4ngevorrichtungen zum Trocknen angebracht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Juli desselben Jahres konnte B\u00fcrgermeister Pfirrmann dem Bezirksamt melden, dass die erforderlichen Reparaturen durchgef\u00fchrt wurden und die \u00dcberwachung und Instandhaltung der L\u00f6schapparate einer geeigneten Pers\u00f6nlichkeit \u00fcbertragen wurde.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>1878<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Nach wiederholtem Dr\u00e4ngen des Bezirksamtes wurde die aus 130 Personen bestehende Mannschaft in einer Liste erfasst, jedoch war sie noch nicht eingeteilt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>1879<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In W\u00f6rth bestand eine Pflichtfeuerwehr nachweislich im September 1879. Sie wurde nach dem Entwurf der Distrikts-Feuerl\u00f6schordnung gegliedert, die 1880 der pf\u00e4lzische Feuerwehrverband ver\u00f6ffentlichte. An deren Spitze stand das \u201eKommando&#8220; mit dem Adjutanten und Kommandanten sowie den Hornisten. Die Wehr war untergliedert in die \u201eSteigmannschaft&#8220;, die an vorderster Stelle des Brandherds eingesetzt wurde, die \u201eSpritzenmannschaft&#8220;, die die L\u00f6schmaschine zu bedienen hatte, die \u201eWassermannschaft&#8220;, die das Wasser beischaffen musste und schlie\u00dflich die \u201eOrdnungsmannschaft&#8220;, die am Brandplatz f\u00fcr Ordnung sorgte und ihn bewachte.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image caption-align-center is-style-editorskit-rounded\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/feuerwehrwoerth.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/image2.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-2233\" width=\"300\" height=\"210\"\/><figcaption>Signalhorn und Messinghelm der Pflichtwehr<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1912<\/h3>\n\n\n\n<p>Mit dem Bau des Dammschulhauses konnte auch das l\u00e4ngst ben\u00f6tigte Spritzenhaus, auf der Seite gegen den Altrhein zu, errichtet werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1921<\/h3>\n\n\n\n<p>Im September kaufte die Gemeinde W\u00f6rth von der Firma J. Vogel aus Speyer eine neue Feuerspritze. Sie war \u201ezweistrahlig&#8220; nutzbar, hatte ein Druck-,jedoch noch kein Saugwerk, vorn zwei \u201eBock&#8220;- und hinten zwei \u201eKastensitze&#8220;,eine kr\u00e4ftige Spindelbremse, seitlich eine abnehmbare Schlauchhaspel und vorn zwei Laternen. Bei einem Zylinder mit 135 mm Durchmesser konnten pro Minute 320 l Wasser gepumpt und bei einem Schlauchanschluss 32 m, bei zwei Anschl\u00fcssen 27 m weit gespritzt werden. Der Wasserkasten war 1,12 m lang, 95 cm breit und 63 cm hoch. Die Konstruktion lie\u00df jederzeit den Einbau eines Saugwerkes zu.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1939<\/h3>\n\n\n\n<p>Am 22. M\u00e4rz gaben B\u00fcrgermeister Wahl und Otto Neff, der seit 1908 der Kommandant der Pflichtfeuerwehr war, die Erkl\u00e4rung zur Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr ab. Dies war notwendig, nachdem das Reichsgesetz \u00fcber das Feuerl\u00f6schwesen vom 23.01.1938 eine \u00c4nderung im Status der Wehren hervorbrachte. Bestimmungsgem\u00e4\u00df galten die Freiwilligen Feuerwehren als Hilfspolizeitruppen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1946<\/h3>\n\n\n\n<p>Die erste motorbetriebene Spritze wurde beschafft. F\u00fcr 3500 RM kauft die Gemeinde W\u00f6rth von der Stadt Ludwigshafen eine gebrauchte Tragkraftspritze (TS 8).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1949<\/h3>\n\n\n\n<p>Nach dem Krieg erkl\u00e4rte das Brandschutzgesetz von 1949 die Feuerwehren wieder zu gemeindlichen Einrichtungen. Erneut gab es in W\u00f6rth eine Pflichtfeuerwehr, zu der \u201efeuerwehrpflichtige B\u00fcrger&#8220; herangezogen werden konnten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1950<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei der Erweiterung der Dammschule wurde das alte Spritzenhaus durch ein neues Geb\u00e4ude am Ende der Pfarrstra\u00dfe ersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image caption-align-center is-style-editorskit-rounded\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/feuerwehrwoerth.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/image3.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-2255\" width=\"300\"\/><figcaption>Spritzenhaus an der Dammschule am Ende der Pfarrstra\u00dfe<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"cc-m-header-8637727697\">Kommandanten der Feuerwehr W\u00f6rth bis zur Gr\u00fcndung der Freiwilligen Feuerwehr im Jahr 1956<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table is-style-stripes\"><table  class=\"has-fixed-layout table table-hover\" ><tbody><tr><td>Brechtel, H.<\/td><td>Pfirrmann, Martin<\/td><\/tr><tr><td>K\u00f6nig, Ludwig <\/td><td>Neff, Otto<\/td><\/tr><tr><td>H\u00f6hn, Christian <\/td><td>Pfirrmann, Karl Friedrich<\/td><\/tr><tr><td>Karcher, Jakob<\/td><td>W\u00f6schler, Hermann<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">aus: Festschrift &#8211; 50 Jahre Freiwillige Feuerwehr W\u00f6rth am Rhein (2006)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">von Thomas Graf et al.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte des \u00f6rtlichen Feuerwehrl\u00f6schwesens vor Gr\u00fcndung der Freiwilligen Feuerwehr W\u00f6rth am Rhein wurde schon immer mit den Gefahren der Natur konfrontiert. 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